Kann man Fachliteratur von Prosa jederzeit sauber trennen? Herbert Molderings aktuelle Veröffentlichung erschwert die Antwort: Es handelt sich natürlich um Fachliteratur, in welcher der Autor auf wissenschaftliche Publikationen und Erkenntnisse ebenso rekurriert, wie er seine eigene wissenschaftliche Beschäftigung mit Marcel Duchamp und […]
Gesundheitsapostel aufgepasst! Von diesem Autor kann man was lernen! Intensiv hat er recherchiert über optimale Ernährung, die effektivsten Entspannungstechniken, Bewegungslehren bis hin zum mentalen Coaching. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Erzählungen als Sinnbild des modernen Menschen. Doch Schönthaler […]
Fukushima, ein verirrter Pinguin, Karl-Theodor zu Guttenbergs Plagiat, Rettungsschirm für Griechendland, Gaddafis Regenschirm in Tripolis, Strauss-Kahn und Blicke zu unbekannten Sternen. Man muss etwas genauer hinsehen, durch das Triëdere von Patricia Görg, um aus dem feinen Textgewebe nicht etwa medienkritische Glossen, scharfzüngige […]
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In der Redaktionssitzung wurde heftig darüber gestritten, ob dieses Buch überhaupt eine Besprechung verdient. Am Ende überwogen jedoch Erschöpfung und Betroffenheit über das Schicksal dieses jungen Autors, das sich über mehrere Seiten hinzieht und dessen schlichte Authentizität für sich spricht. Worum gehts? […]
Ein Vorwort von Philippe Jaccottet und die Übersetzernamen Elisabeth Edl und Wolfgang Matz sind eigentlich schon Empfehlung genug für einen französischen Dichter, der hierzulande nahezu unbekannt ist: Frédéric Wandelère. Nun liegt eine feine zweisprachige Auswahl des in Fribourg lebenden Lyrikers auf Deutsch […]
Eine Frau sitzt im Café. Ihr letzter Tag in Paris. Sie beobachtet einen Mann, der ihr bekannt vorkommt. Als er aufbrechen will, nimmt sie ihren Mut zusammen und behauptet, dass sie ihn kennt, “aus einem Traum“. Der Mann dreht sich um und […]
Woher kommen diese Gedichte? Von einer karibischen Insel? Aus Übersee? Wenn Dichtung genau das sei, was in der Übertragung verloren geht, so sind die Weißen Reiher von Derek Walcott, wie sie uns Werner von Koppenfels in dieser zweisprachigen Ausgabe zuführt, eine poetologische […]
Im Juli 1857 bricht Henry David Thoreau gemeinsam mit einem Freund zu seiner dritten Reise in die Wälder von Maine auf. Geführt werden sie von Joseph Polis, einem Indianer, der die eigentliche Hauptfigur des Textes ist: Ein Grenzgänger zwischen der alten und […]
Diesen fast jugendlich-frisch daherkommenden und von unmittelbarer und unvoreingenommener Anschauung und Erfahrung gesättigten Reiseaufzeichnungen merkt man kaum an, mit welchen Widerständen der 84jährige Nobelpreisträger gerungen haben muss, bevor er auf persönliche Einladung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad die Iran-Air Maschine von Hamburg nach […]
Ein Klassiker der amerikanischen Literatur ist in der fulminanten Neuübersetzung von Eike Schönfeld neu zu entdecken. 21 lose miteinander verbundene Geschichten, in denen jeweils eine Figur aus der fiktiven Kleinstadt des Mittleren Westens im Mittelpunkt steht. Allen Figuren gemeinsam ist, dass ihre […]
Dieses Buch steht sich und seiner Veröffentlichung konsequent im Weg. Auf atemberaubende Weise gelingt dem Autor das, was er sagen will, auf eine Weise zu verkomplizieren, dass er es eben nicht aussprechen und zu Ende führen kann. Indem er die Etymologie seines Titels […]
Generationen von misepetrigen Sprachwissenschaftlern haben uns mit fragwürdiger Berufung auf Nietzsche in den letzten fünf Jahrzehnten auf mehr oder minder verklausulierte Weise an der Nase herumgeführt. Sie versuchten uns weis zu machen, die Welt sei vor allem eins, nämlich „sprachlich verfasst“. Das […]
Seine Vorliebe für Bier. Seine Abneigung gegen Impfen. Seine Angst vor Mäusen. Welche Turn- und Atemübungen er täglich absolvierte. Wieviele Mutmaßungen es über seine Augenfarbe gab. Dass der Eintrag im Reisepass genauen Aufschluss gibt: „Dunkelblaugrau“. Berichte über zwanghafte Bordellbesuche. Ein präziser Grundriss […]
Wir befinden uns in einer böhmischen Stadt der 20er Jahre. Lehrer Josef Blau fürchtet sich vor seiner Klasse, die er mit Zucht und militärischem Drill in Schach zu halten versucht. Es knistert. Der Umbruch aller Werte liegt in der Luft. Jede geringste […]
Seite 230: „Das Universum ist groß. Womit der Erzählrahmen abgesteckt wäre.“ Absätze wie dieser mögen den Lektor beim Blättern im Manuskript bewogen haben, den jungen Autor zurück zu holen. An Unbescheidenheit mangelt es diesem freilich nicht. Allein die Widmung „Den ungelebten Leben“ ist […]