Archiv für Tobias Boenighausen

Mirko von Holdt : Fakebook. 7 Tage online, 546 Freunde und keiner, dem das gefällt.

In der Redaktionssitzung wurde heftig darüber gestritten, ob dieses Buch überhaupt eine Besprechung verdient. Am Ende überwogen jedoch Erschöpfung und Betroffenheit über das Schicksal dieses jungen Autors, das sich über mehrere Seiten hinzieht und dessen schlichte Authentizität für sich spricht. Worum gehts? Mirko von Holdt, 24 Jahre alt, Krankenpfleger an der Berliner Charité, eine Woche Nachtschicht, eine Woche frei, hat viel Zeit. Zu seinen Eltern besteht kaum Kontakt. Die Mutter lebt im Saarland und leidet unter Sammelwut. Der Vater, Prominentenzahnarzt im » Weiterlesen

Peter Hamm: Pessoas Traum

oder „Sei vielgestaltig wie das Weltall!“
Unmöglich dem Kenntnisreichtum und der Vielgestalt seiner zwischen den Jahren 2000 und 2011 entstandenen Aufsätze gerecht zu werden. Ob die mystische Seite des „multiplen Solitärs“ Pessoa, der Zeit seines Lebens unter Heteronymen für die Truhe schrieb, ob die europäische Rezeption des portugiesischen Lyrikers Camões oder des katalanischen Dichters Espriu: Hamm hat eine Vorliebe für die stilleren Dichter und die, um die es still geworden ist. Er beleuchtet die Hintergründe des dunkelschönen, schmerzvollen Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan pointiert wie die mehrstimmigen Briefe zwischen Peter Handke und Hermann Lenz. Frei von akademischem Wispern hat man beim Lesen dieser anregenden Aufsätze stets das Gefühl in guter Begleitung zu sein.