Frédéric Wandelère : Hilfe fürs Unkraut

Ein Vorwort von Philippe Jaccottet und die Übersetzernamen Elisabeth Edl und Wolfgang Matz sind eigentlich schon Empfehlung genug für einen französischen Dichter, der hierzulande nahezu unbekannt ist: Frédéric Wandelère.
Nun liegt eine feine zweisprachige Auswahl des in Fribourg lebenden Lyrikers auf Deutsch vor, und schon der Titel lässt uns aufhorchen: „Hilfe fürs Unkraut“ (Secours aux mauvaises herbes).
Wandelère widmet seine Aufmerksamkeit den kleinen Dingen, Tieren und Pflanzen, Motten, Ameisen, Heuschrecken, Löwenzahn und Kapuzinerkresse. » Weiterlesen

Derek Walcott : Weiße Reiher

Woher kommen diese Gedichte? Von einer karibischen Insel? Aus Übersee? Wenn Dichtung genau das sei, was in der Übertragung verloren geht, so sind die Weißen Reiher von Derek Walcott, wie sie uns Werner von Koppenfels in dieser zweisprachigen Ausgabe zuführt, eine poetologische Widerlegung, die nicht Rhythmus und Reim, sondern dem Changieren Walcottscher Metaphorik ihren Vorzug gibt und dabei einen eigenen, wunderbaren Klang erzeugt. Ein Beispiel: „Nimm all dies hin im ausgewogenen Satz, / skulptierte Setzung, jede Stanze an ihren Platz gebracht; / lern, wie die lichte Wiese sich nicht schützt / vor bohrenden Reiher-Fragen und der Replik der Nacht.“ » Weiterlesen

Philippe Jaccottet: Notizen aus der Tiefe

Der in Frankreich lebende schweizerische Autor Philippe Jaccottet ist einer der großen europäischen Dichter. Dieser Prosaband vereint Texte, die sich den Tragödien unserer Gegenwart stellen, aber auch von persönlichen Niederlagen handeln. „Israel, blaues Heft“ ist ein Reisebericht über die Krisenregion in Nahost; „Das Wort Russland“ beschreibt, ausgehend von Jaccottets Erfahrungen als Übersetzer von Ossip Mandelstam, die Bedeutung der russischen Literatur für die Darstellung des menschlichen Leidens, von Dostojewski bis zu den Gulag-Erzählungen von Schalamow; und „Notizen aus der Tiefe“ ist eine persönliche Annäherung an Krankheit und Tod.