Karl Ove Knausgård : Im Herbst

Pünktlich zur Jahreszeit fallen uns Karl Ove Knausgårds goldene Herbstblätter in die Hand. Im Herbst heißt der erste von vier Jahreszeitenbänden, der nach seinem sechsbändigen autobiographischen Romanprojekt in der deutschen Übersetzung von Paul Berf nun vorliegt. Jeder Monat hebt mit einem Brief an seine ungeborene Tochter an und umfasst je zwanzig Prosastücke. Es sind Fritz-Kochersche Aufsätze über ebenso alltägliche wie disparate Gegenstände: Über Äpfel, Plastiktüten, Benzin geht es weiter zu Pisse, Kaugummis und Blut. Sie handeln von Schamlippen, Van Gogh, von Einsamkeit und Erde oder von Konservendosen, von Schmerz und von der Stille. » Weiterlesen

Claude Simon: Archipel / Nord. Kleine Schriften und Photographien

Claude Simon hat sich selbst gerne als bricoleur, als Handwerker oder Bastler bezeichnet. Die in dem vorliegenden Band versammelten Prosatexte erlauben es uns, ihm in seiner Werkstatt posthum bei der Arbeit zuzusehen. Brigitte Burmester verweist in ihrem klugen und erhellenden Vorwort ausdrücklich darauf, dass alle Texte Simons den „Blick und das Sehen“ dergestalt favorisieren, dass man sein Schreiben nicht ohne Grund als eine Art „Photographie ohne Apparat“ bezeichnet hat. Claude Simon selbst schreibt in seinem Vorwort zur 1992 von ihm veröffentlichten Auswahl seiner Fotos (Photographies (1937-1970)), welches in dem vorliegenden Band unter dem Titel „Photographie und Literatur“ aufgenommen wurde: „Es ist die Macht, festzuhalten und zu speichern, was unser Gedächtnis selbst zu behalten außerstande ist, nämlich das Bild von etwas, das nur in einem winzigen Bruchteil der Zeit stattgefunden und existiert hat.“ » Weiterlesen