Barbara Wiedemann : „Ein Faible für Tübingen“. Paul Celan in Württemberg. Deutschland und Paul Celan.

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Weit gefehlt, wer hinter diesem Buchtitel einen gemütlich-literarischen Spaziergang durch die schwäbische Provinz vermutet. Was die Literaturwissenschaftlerin und Celan-Forscherin Barbara Wiedemann aufschlägt, ist ein ebenso wichtiges wie beschämendes Kapitel der sogenannten literarischen und akademischen Öffentlichkeit im Umgang mit dem Lyriker Paul Celan. Celan, dessen gesamte Familie von den Nazis ermordet wurde, flüchtete 1948 nach Paris und unternahm zwischen den Jahren 1952 und 1970 viele Reisen vor allem in den Südwesten Deutschlands. Hier traf er sich mit Bekannten und Freunden wie Hermann und Hanna Lenz, mit Verlegern und Buchhändlern und Kritikern. » Weiterlesen

Peter Hamm: Pessoas Traum

oder „Sei vielgestaltig wie das Weltall!“
Unmöglich dem Kenntnisreichtum und der Vielgestalt seiner zwischen den Jahren 2000 und 2011 entstandenen Aufsätze gerecht zu werden. Ob die mystische Seite des „multiplen Solitärs“ Pessoa, der Zeit seines Lebens unter Heteronymen für die Truhe schrieb, ob die europäische Rezeption des portugiesischen Lyrikers Camões oder des katalanischen Dichters Espriu: Hamm hat eine Vorliebe für die stilleren Dichter und die, um die es still geworden ist. Er beleuchtet die Hintergründe des dunkelschönen, schmerzvollen Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan pointiert wie die mehrstimmigen Briefe zwischen Peter Handke und Hermann Lenz. Frei von akademischem Wispern hat man beim Lesen dieser anregenden Aufsätze stets das Gefühl in guter Begleitung zu sein.