Derek Walcott : Weiße Reiher

Woher kommen diese Gedichte? Von einer karibischen Insel? Aus Übersee? Wenn Dichtung genau das sei, was in der Übertragung verloren geht, so sind die Weißen Reiher von Derek Walcott, wie sie uns Werner von Koppenfels in dieser zweisprachigen Ausgabe zuführt, eine poetologische Widerlegung, die nicht Rhythmus und Reim, sondern dem Changieren Walcottscher Metaphorik ihren Vorzug gibt und dabei einen eigenen, wunderbaren Klang erzeugt. Ein Beispiel: „Nimm all dies hin im ausgewogenen Satz, / skulptierte Setzung, jede Stanze an ihren Platz gebracht; / lern, wie die lichte Wiese sich nicht schützt / vor bohrenden Reiher-Fragen und der Replik der Nacht.“ » Weiterlesen