Cees Nooteboom : Briefe an Poseidon

Briefe an den Meeresgott? Woher? Cees Nooteboom sitzt bei einem Glas Champagner in einem Fischrestaurant auf dem Viktualienmarkt, liest in den Tagebüchern von Sándor Márai und entdeckt auf einer blauen Serviette den Namen des Lokals: „Poseidon“. Ein grimmiger Gott mit Dreizack in der Badewanne. Der Spezialist für Meeresfische und Meeresfrüchte. Was für eine Idee. Was für eine berechtigte, in ihrer Schlichtheit bestechende Frage an einen Gott: „Was denkt ihr eigentlich über uns?“ Früher verkleideten sie sich noch als Menschen und wandelten umher. Eine Begegnung mit ihnen war nicht so unwahrscheinlich wie heute. Das Göttliche waltet nicht mehr an jeder Straßenecke. » Weiterlesen

Lukas Meschik : LUZIDIN oder Die Stille

Seite 230: „Das Universum ist groß. Womit der Erzählrahmen abgesteckt wäre.“ Absätze wie dieser mögen den Lektor beim Blättern im Manuskript bewogen haben, den jungen Autor zurück zu holen. An Unbescheidenheit mangelt es diesem freilich nicht. Allein die Widmung „Den ungelebten Leben“ ist eine hübsche Frechheit. Sogar der Verlag jungundjung wird als adäquater Publikationsort vorweggenommen. Meschiks Debüt ist eine Achterbahnfahrt phantastischer Erzählmöglichkeiten: » Weiterlesen

Alain Badiou : Das Endliche und das Unendliche

Gefasst auf eine hochverdichtete, diskurskritische Volte über das Endliche und Unendliche fühlt man sich nach den ersten Seiten in den Hörsaal einer Kinderuniversität versetzt. Dann aber leuchtet etwas auf: Dass diese kindlichen, naiven Fragen den Anfang philosophischen Fragens und philosophischer Neugier markieren. Warum kann zum Beispiel eine kugelrunde Null das Zentrum des Universums darstellen? Wie verhält sich die Zähl- und Messbarkeit zum Unendlichen. Wie ist der Anfang entstanden? Wie kann ein endliches Wesen wie der Mensch das Unendliche denken? » Weiterlesen