Ralf Rothmann : Shakespears Hühner

Eine Frau sitzt im Café. Ihr letzter Tag in Paris. Sie beobachtet einen Mann, der ihr bekannt vorkommt. Als er aufbrechen will, nimmt sie ihren Mut zusammen und behauptet, dass sie ihn kennt, “aus einem Traum“. Der Mann dreht sich um und antwortet: „Ja, ich erinnere mich“ und verlässt das Café. Woher nimmt Ralf Rothmann diese Geschichten? Ein hünenhafter Leichenträger, der sich ein Reimlexikon kauft, um für einen Nachbarsjungen ein Katzengedicht weiter zu dichten. Ein weiterer Knabe, der seine Unschuld beinah an einer Frauenleiche verliert. Oder ein verbitterter Stasimajor, der bis zum letzten Atemzug akribisch seine Familiengeschichte verdreht. » Weiterlesen