Shahrnush Parsipur : Frauen ohne Männer

Wer Shirin Neshats Filmkunstwerk women without men bewundert hat, dem sei die gleichnamige Romanvorlage der iranischen Autorin Shahrnush Parsipur – in der ausgezeichneten Übersetzung von Jutta Himmelreich – dringend ans Herz gelegt.  Immer ist es ja das Herz, das einen in den Wahnsinn treibt. So auch Mahdokht, die Tochter des Mondes, die sich in einen Menschenbaum verwandelt und in einem Garten Wurzeln schlägt, mit Muttermilch begossen als Samenberg verweht und mit dem Wasser auf Reisen geht. Oder Munes, die Gedanken lesen kann und als Untote umherwandelt. Auf dem Weg nach Karadsch, einem kühlen Ort nördlich von Teheran, werden sie und Faezeh von LKW-Fahrern vergewaltigt, die wiederum am nächsten Baum ihr Ende finden. » Weiterlesen