Janet Frame : Ein Engel an meiner Tafel

Zunächst sei dem Verlag gedankt, dem das Verdienst gebührt, mit der Neuauflage von Ein Engel an meiner Tafel den zweiten Band der dreiteiligen Autobiografie der großartigen neuseeländischen Autorin Janet Frame (1924 – 2004) wieder zugänglich gemacht zu haben. Kann man ein solches Leben erfinden? Diese Frage kann sich nur derjenige stellen, der nicht weiß, dass es sich hier um einen autobiografischen Text handelt und wir von dem Glücksfall sprechen dürfen, in dem Literatur an das Leben heranzureichen vermag, das sich nicht einordnen lässt in die Kategorien des „Normalen“ oder „Anomalen“. Wo verläuft die Grenze zwischen beiden? Janet Frame hat auf schmerzhafte Weise erfahren müssen, dass die Bestimmung der Grenze ihr selbst über lange Jahre unverfügbar blieb und pure Willkür ist. » Weiterlesen