Wilhelm Genazino: Die Liebe zur Einfalt

Gegen den Originalschmerz des Lebens den Kunstschmerz der Literatur zu Hilfe nehmen, ihn zu vertauschen und damit zu scheitern – das ist, was Genazino auf unnachahmliche Weise gelingt, wenn er mit Kinderaugen durch die Mannheimer Straßen der Nachkriegsjahre flaniert und die Poesie der kleinen Dinge in sich hineinspazieren lässt, von seinen aufgesparten Bildern „umgerissen wird“ oder vor lauter Enge und Trostlosigkeit die Augen verschließt und das leuchtende Firmament beschreibt. Großes und Trostloses – das weiß der Erzähler – wohnen eng beieinander. » Weiterlesen